Als Pflegekraft in der Zeitarbeit - wie ist das eigentlich so?

Jenny Stiller, Gesundheits- und Krankenpflegerin, 36 Jahre aus Sachsen erzählt uns von ihrer Motivation, ihren Erfahrungen, Erlebnissen und Wünschen.

Wie lange arbeiten Sie schon im Bereich der Pflege und was hat Sie dazu bewogen, diesen Beruf zu erlernen?

Ich habe meine Ausbildung als Krankenschwester begonnen als ich 19 Jahre alt war und seitdem arbeite ich in ein und demselben Klinikum. Ich hatte nie einen anderen Berufswunsch als Krankenschwester zu werden. 

Was motiviert Sie am meisten bei Ihrer Arbeit und was war Ihr bislang schönstes Erlebnis als Pflegekraft?

Ich habe gerne Kontakt zu Menschen. Ich würde nicht sagen, dass ich ein Helfersyndrom habe, aber ich kümmere mich schon gerne um Patienten, auch wenn diese schwer krank sind.  Den ganzen Tag im Büro zu sitzen wäre nichts für mich.  Darüber hinaus finde ich aber auch die Technik auf Station interessant.

Ich war im letzten Jahr als freiberufliche Kraft an einer Uniklinik in Süddeutschland. Da habe ich mich um eine schwer kranke Patientin aus Russland auf der Intensivstation gekümmert. Einen Tag nachdem sie auf die Normalstation verlegt worden war, kam ihr Sohn mit einer riesigen Schachtel Pralinen für mich in die Klinik. Leider war ich an dem Tag schon nicht mehr da, so dass ich die Pralinen nicht persönlich entgegennehmen konnte. Aber diese Aktion hat mich sehr berührt, denn das passiert ja nicht alle Tage, dass einem persönlich gedankt wird. 

Ich war auch sehr gerührt als der Pflegedienstleiter mir einen Brief schickte, in dem er bedauerte, dass ich nicht mehr als freiberufliche Kraft an der Klinik arbeiten kann. Die hatten umgestellt auf Arbeitnehmerüberlassung. Er bot mir an, dass ich jederzeit gerne zu ihnen in Festanstellung wechseln könnte. Aber das kommt für mich und meine Familie nicht in Frage.

Was sollte in der Pflege allgemein verbessert werden?

Der Pflegenotstand ist schon schlimm. Bei uns in der Klinik haben wir zwar noch eine 1:2 Betreuung, aber als Minijobberin komme ich oft in Häuser, wo sechs und mehr Patienten von einer Pflegekraft betreut werden müssen. Da herrscht dann schon extreme Not. Zudem wird ja überall eingespart und Stationen werden zusammengelegt. Wenn ich höre, was die Pflegekräfte so erzählen und schon erlebt haben – ich könnte das nicht verantworten.  

Wie sind Sie auf uns gekommen und warum haben Sie sich für eine Anstellung bei Hire a Nurse entschieden?

Ich war ja schon vorher als freiberufliche Pflegekraft bei verschiedenen Agenturen registriert, denn ich finde es toll, herumzukommen und andere Häuser kennenzulernen. Aber viele Kliniken beschäftigen ja externe Pflegekräfte nur noch in Arbeitnehmerüberlassung. Ich habe deshalb recherchiert und mich erkundigt, was ich so ändern kann. Und in dem Zusammenhang habe ich mich auch sehr nett mit Frau Lahn unterhalten. Sie hat mir die Option mit dem Minijob angeboten, was für mich derzeit gut passt.

Dank meines Arbeitszeitkontos kann ich ein paar Tage am Stück arbeiten und habe dann längere Zeit frei. Das kommt mir sehr entgegen. Wenn es weiter so gut läuft, kann  ich mir allerdings vorstellen im nächsten Jahr noch ein bisschen öfter in Arbeitnehmerüberlassung zu arbeiten.

In welchen Bereichen arbeiten Sie und welche Erfahrungen haben Sie bei Ihren Einsätzen in verschiedenen Häusern gemacht?

Ich arbeite fest in der Neurochirurgie, mache aber auch alles auf Intensivstationen. Ich lerne viel dazu, wenn ich woanders arbeite und möchte die Erfahrung nicht missen. Auch der Umgang mit anderen Geräten ist interessant. Es ist wirklich schön, wenn man mal woanders ist.

Wenn ich Chef wäre, würde ich das für alle Pflegekräfte zur Pflicht machen, wenigstens einen Monat im Jahr mal in eine andere Abteilung zu wechseln. Viele KollegInnen finden es aber schwierig, die eigene Komfortzone zu verlassen. Ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass die Chemie zwischen mir und den Pflegekräften stimmt, auch wenn ich in fremden Teams arbeite. Klar gibt es auch ganz spezielle Charaktere, mit denen man erst warm werden muss. Aber das ist ja überall der Fall.

 

 

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