Als Pflegekraft in der Zeitarbeit - wie ist das eigentlich so?

Wiebke Reinhold, Gesundheits- und Krankenpflegerin, 34 Jahre aus Schleswig-Holstein erzählt uns von ihrer Motivation, ihren Erfahrungen, Erlebnissen und Wünschen.

Wie lange arbeiten Sie schon im Bereich der Pflege und was hat Sie dazu bewogen, diesen Beruf zu erlernen?

Ich habe schon mit 17 Jahren als Schwesternhelferin im Altenheim gearbeitet und mir so meinen Führerschein finanziert. Meine beiden älteren Geschwister sind auch beide in der Pflege und haben mir damals immer lustige Geschichten aus dem Klinikalltag erzählt. Bei mir blieb dann der Eindruck hängen, dass das ein Beruf ist in dem man offenbar viel Spaß hat. Darum bin auch ich Gesundheits- und Krankenpflegerin geworden.

Was motiviert Sie am meisten bei Ihrer Arbeit und was war Ihr bislang schönstes Erlebnis als Pflegekraft?

Die Motivation lässt natürlich im Laufe der Jahre ein bisschen nach und die Überstunden frustrieren einen manchmal ganz schön. Aber mein Arbeitsumfeld ist sehr nett und bei uns herrscht ein freundliches Miteinander. Außerdem versuche ich immer ein Lächeln im Gesicht zu behalten, auch wenn die Situation angespannt ist.  Auf der Intensivstation kann man die Patienten natürlich nicht immer gesund nach Hause entlassen, aber ich finde es auch motivierend zu sehen, dass man ihre Schmerzen und ihr Leid lindern  und ihnen beim Abschied vom Leben helfen kann.

Ich erinnere mich besonders an zwei Erlebnisse, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Einmal ist eine Patientin in meinen Armen gestorben und die Todesursache war nicht klar. Mir wurde daraufhin angeboten, die Organe nach der Sektion anzusehen, was ich sehr interessant fand. Sowas sieht man als Pflegekraft ja  nicht allzu oft. Ein anderes Mal durfte ich bei einer Geburt dabei sein.  Ich hatte Nachtschicht und habe bei der PDA geholfen und da hat mich der Anästhesist gefragt, ob ich mit in den Kreißsaal gehen wolle. Die Geburt hat mich sehr berührt, es war toll zu sehen, wie Leben quasi entsteht und die glücklichen Eltern zu sehen.

Was sollte in der Pflege allgemein verbessert werden?

Es müsste natürlich viel mehr Personal geben, um die Arbeit erträglicher zu machen. Ich spüre es schon auch am eigenen Leib: man hat nur zwei Hände und kann sich nicht fünfteilen und so auch nicht jedem zu 100 Prozent gerecht werden.

Wie sind Sie auf uns gekommen und warum haben Sie sich für eine Anstellung bei Hire a Nurse entschieden?

Ich habe mir lange Zeit Gedanken darüber gemacht, wie ich es am Besten anstellen kann, anderen Tätigkeiten neben meiner hauptberuflichen Anstellung nachzugehen, ohne dass man Ärger mit der Sozialversicherung bekommt. Vor zwei Jahren habe ich Hire a Nurse zum ersten Mal auf dem Symposium Intensivmedizin + Intensivpflege in Bremen getroffen. Mein Gespräch mit dem damaligen Mitarbeiter am Stand war total locker und unaufdringlich, was mir sehr gefallen hat.

Im Mai letzten Jahres habe ich dann einen ersten projektbezogenen Einsatz in Arbeitnehmerüberlassung bei Hire a Nurse gemacht. Das hat mir sehr gut gefallen und ich habe dann nach mehreren Gesprächen mit Frau Lahn entschieden, mich fest anstellen zu lassen. Im Gegensatz zu anderen Agenturen hat Frau Lahn mir die Vor- und Nachteile des Arbeitens in Arbeitnehmerüberlassung genau beschrieben, so dass ich nicht das Gefühl hatte, die Katze im Sack zu kaufen.

In welchen Bereichen arbeiten Sie und welche Erfahrungen haben Sie bei Ihren Einsätzen in verschiedenen Häusern gemacht?

Ich arbeite auf Intensivstation und habe dort sehr gute Erfahrungen gemacht. Bisher bin ich immer gut aufgenommen worden. Allerdings bin ich auch recht extrovertiert und kann mich schnell anpassen. Viele haben mir schon gesagt: „Du bist so flexibel, man denkt du arbeitest schon viel länger hier.“  Das motiviert natürlich!

In manchen Häusern bin ich jedoch schockiert darüber, dass sich die Kollegen so unterbuttern und kurzhalten lassen. Aus Angst, ihren Job zu verlieren sagen sie nichts und das ist so schade und vor allem nicht notwendig, denn sie machen gute Arbeit und sollten sie tatsächlich den Job verlieren, würden sie doch sofort einen neuen finden.

Ich empfinde meine Einsätze in anderen Häusern als absoluten Benefit. Ich lerne immer wieder dazu, wenn ich andere Fachabteilungen kennenlerne  und sehe, wie die Arbeitsabläufe anders organisiert und praktische Dinge anders gemacht werden als ich sie kenne. Ich versuche das teilweise dann auch in meinem Hauptjob einzuführen und umzusetzen, was ganz gut funktioniert.

Ab und an woanders zu arbeiten ist wie Urlaub! Man wohnt woanders, lernt neue Leute und die neue Umgebung kennen und ist irgendwie ungebunden - wie eine Auszeit vom normalen Leben.  

 

 

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